Als Kräuterlehrling bei der Weinviertler Kräuterakademie

Am ersten Abend unseres Seminars brauchten wir weder festes Schuhzeug noch wetterfeste Kleidung. An diesem ersten Abend ging es um Botanik, Ökologie und die Geschichte der Kräuterkunde, also um jede Menge Basiswissen! Das mag sich jetzt vielleicht etwas trocken anhören. Aber es war unheimlich spannend! Und das lag ganz sicher auch an der sehr praxisnahen Erzählweise unseres Dozenten Franz Stürmer.

 

Eine Ausbildung zum Kräuterlehrling ist mehr als der Erwerb von Wissen, welche Pflanzen für mich die beste Wirkung haben und am schmackhaftesten sind.
Eine Ausbildung zum Kräuterlehrling heißt auch, zu erkennen, dass sich die Pflanze – um zu überleben – ihrem Lebensraum perfekt angepasst hat und dass jeder Eingriff durch den Menschen ihr empfindliches Gleichgewicht stört.

 

Über allem steht der Schutz der Natur

Je besser ich mich mit den Gesetzmäßigkeiten in der Natur und mit den einzelnen Aufgaben sowohl der Pflanzenteile als auch der ganzen Pflanze auskenne, umso behutsamer sammle ich sie.
Unter dem Begriff der „Sammel-Ethik“ hat uns Franz Stürmer Verhaltensregeln aufgezeigt, die dem Schutz der Pflanzenbestände dienen. Zu diesen Verhaltensregeln gehören:

 

  • Niemals ganze Bestände abernten. Wenn ich den ganzen Bestand abernte, wird dort nichts mehr wachsen.
  • Immer einen Teil der Pflanze stehen lassen, damit sie sich erholen und weiter wachsen kann.
  • Nur das sammeln, was du im Moment brauchst.
  • Mit dem passenden Werkzeug sammeln (z.B. mit der Schere oder Gartenschere). So wird die Wurzel geschont. Jedes Rütteln an der Pflanze kann dazu führen, dass die feinen Haarwurzeln, mit denen die Pflanze Wasser und Nährstoffe aufnimmt, irritiert werden und sich aus dem Bodenverband lösen.
  • Wenn du die Wurzel der Pflanze erntest muss dir bewusst sein, dass du die Pflanze damit vernichtest. Dickere Wurzelstöcke können gut geteilt werden! So bleibt die Pflanze erhalten und kann sich erholen.

Der eigene Naturgarten als Sammelparadies

Der eigene Naturgarten

Toll ist es, im eigenen Garten zu sammeln! Da kannst du sicher sein, dass die Pflanzen nicht mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kamen UND du hast dein Mittagessen schnell gesammelt. Im Bild siehst du den wunderbaren Naturgarten von Christl Konlechner.

 

Besonders wenn du berufstätig bist ist ein eigener Wildkräutergarten sehr interessant!
Wie schnell wird darauf verzichtet, sich mit den gesunden Pflanzenstoffen aus der Natur zu versorgen, wenn die Zeit knapp ist.
Übrigens: Eine Auswahl deiner Lieblingskräuter kannst du natürlich auch gut auf der Terrasse oder der Fensterbank kultivieren.

 

Um die richtigen Kräuter für deinen Garten zu kaufen, lohnt sich ein Blick auf den wissenschaftlichen Namen der Pflanzen. Es gibt inzwischen so viele verschiedene Züchtungen, dass nur der wissenschaftliche Name sicherstellt, dass du wirklich das Kraut erwischst, das du haben willst. Allein vom Lavendel gibt es zahlreiche Arten, die zum Teil nur noch schön aussehen, ihren Duft und ihre Heilkraft aber eingebüßt haben.

 

Tipp: Am 1. Mai ist ARCHE NOAH Bio-JungpflanzenMARKT in Schiltern. Dort kannst du Gemüse, Kräuter, Beeren, Stauden & Saatgut kaufen oder mit ARCHE NOAH Mitgliedern auf einem der größten Tauschmärkte Österreichs tauschen. Hier geht´s zur Website: www.arche-noah.at

 

 

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Über Susanne Nast

Susanne ist Heilpädagogin und Webdesignerin. Ihrer Begeisterung für Wild- und Heilkräuter folgend hat sie 2014 die Website "Der Kräuterzirkel" entwickelt. Dort können Kräuterkundige mit kleinen Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam machen und ihr Wissen weitergeben.

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