Aromatherapie – Düfte für deine Gesundheit

Mich hat ein Buch zum Riechen verführt :-D. „Bewährte Aromamischungen“ von Ingeborg Stadelmann ist ein Buch für alle Lebenslagen. Gut gegliedert bietet es heilsame Duftmischungen mit ätherischen Ölen von A wie „Andere Umstände“ bis Z wie „Zahn-Öl“.

 

Ein Korb voller Düfte

 

Bevor Frau Stadelmann ihre Aromamischungen im Einzelnen vorstellt, erfährt man bei ihr einiges darüber, wie Duftinformationen vom Körper wahrgenommen werden und was dabei im Körper geschieht.
In meinem heutigen Beitrag erzähle ich dir, was ich dabei über die Wirkung von ätherischen Ölen gelernt habe und welche Aromamischungen ich selbst für meine Gesundheit verwende.

 

Gerüche wirken auch dann, wenn du sie nicht bewusst wahrnehmen kannst

Unabhängig davon, ob du ätherische Öle inhalierst, sie über die Haut aufnimmst oder sie in deine Speisen gibst: erkennen wird dein Körper sie immer über den Geruchssinn!

 

Selbst, wenn du gerade „die Nase voll“ hast, deine Nasenschleimhäute geschwollen sind oder Ärger sich in dir breit gemacht hat: Gerüche wirken auch dann, wenn du sie nicht bewusst wahrnehmen kannst.

 

Unser Geruchssinn kann etwa 400 000 verschiedene Gerüche in milliardenfacher Verdünnung erkennen. Die Duftinformation wird direkt an unser limbisches System weitergeleitet, ohne vorher von unserem Verstand bewertet zu werden.

 

Das limbische System ist der evolutionsgeschichtlich älteste Teil unseres Gehirns. Es ist direkt mit den Gedächtniszentren verbunden, in denen unsere Emotionen und Erinnerungen sitzen. Von dort aus wird der Duftreiz weitergeleitet, bis schließlich bestimmte Hormone ausgeschüttet werden.

 

So kann der Duft von Rosmarin z.B. dafür sorgen, dass mehr Noradrenalin ausgeschüttet wird, das uns aktiv und munter werden lässt.

 

Düfte wirken nicht bei jedem gleich

Ein Duft, der bei dir dafür sorgt, dass du dich angenehm erfrischt fühlst, kann bei deinem Nachbarn ganz andere Dufterinnerungen wecken und unangenehm auf ihn wirken.

„Bei einem angenehm empfundenen Duft wird Serotonin aktiv und bei der Ablehnung des Geruchs Adrenalin.“ (aus: „Zeitschrift FORUM – Aromatherapie-Aromapflege-Aromakultur, Ausgabe 35/2010)

Es kommt also immer ganz darauf an, mit welchen Erinnerungen wir einen bestimmten Duft verknüpft haben.

In der Aromatherapie, einer Methode, bei der ätherische Öle zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden, ist dieser Effekt bekannt. Die Therapeuten stützen sich nicht nur auf die nachweisbare Wirkung der einzelnen Öle. Sie nutzen auch das Zusammenspiel von Biochemie und Psyche, von Dufterinnerungen und persönlichen Erlebnissen bei der Behandlung.

 

Die Anwendung von ätherischen Ölen im Alltag

 

So kannst du ätherische Öle anwenden:

 

  • pur oder mit anderen ätherischen Ölen vermischt in der Duftlampe.
  • mit einem fetten Trägeröl wie z.B. Mandelöl vermischt als Körper- und Massageöl.
  • als Badezusatz. Vermische dafür in einer Schale wenige Tropfen des Öls mit einem Emulgator wie Salz, Honig oder Schlagobers.
  • im Saunaaufguss.
  • als aromatische Würze deiner Speisen. Gebe dazu bitte nur einen Hauch deines Wunschöls vermischt mit einem Emulgator ins Essen.

Mit dem Thema „Aromaküche“ werde ich mich in einem meiner nächsten Artikel noch ausführlicher beschäftigen.

 

Ich empfehle dir, deine Nase entscheiden zu lassen, welche Öle für dich gerade passen. Sie kennt dich am besten und weiß, was gut für dich ist.

 

Diese Öle haben eine eher anregende Wirkung:

Rosmarinöl, Grapefruit, Limette, Pfefferminze, Bergamotte, Citronella

 

Diese Öle haben eine eher entspannende Wirkung:

Lavendel, Melisse, Fenchel, Kamille römisch, Benzoe Siam, Honigwabe, Neroli

 

Fertige Duftmischungen findest du unter anderem bei Art of Beauty. Eine Mischung aus Bergamotte, Limette, Litsea, Muskatellersalbei und Lemongras hat dort den Namen „Gute Laune“ erhalten und gibt dir damit schon einen Hinweis auf ihre Wirkung.

 

Lavendel

 

Generell gilt: weniger ist mehr. Sei sparsam mit den Ölen. In ihnen steckt geballte Wirkkraft.

 

Es gibt nur wenige ätherische Öle, die unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden können. Ich vermische ätherische Öle immer mit einem fetten Öl und trage sie erst dann auf die Haut auf. Pur aufgetragen kann das ätherische Öl zu Verätzungen führen.

 

Ätherische Öle für medizinische Zwecke

Wenn du ätherische Öle zur Unterstützung bei einer Erkrankung einsetzen möchtest, solltest du dich unbedingt an einen erfahrenen Aromatherapeuten, Arzt oder Apotheker wenden! Eine Selbstmedikation kann gefährlich sein.

 

Da die Herstellung von Mischungen zur medizinischen Anwendung in fachmännische Hände gehört, stelle ich dir hier ein paar bewährte Produkte vor, die ich selbst immer wieder verwende.
Dabei handelt es sich um Eigenprodukte der Hebamme Ingeborg Stadelmann, die in der Bahnhof-Apotheke in Kempten im Allgäu angerührt werden.

 

Cistrosenöl für Kinder und Erwachsene

Inhaltsstoffe: Cistrose, Immortelle, Lavendel extra und Nachtkerzenöl.

Das Öl wirkt entspannend und juckreizlindernd. Es beruhigt neurodermitische und ekzematische Haut. Ich verwende es gerne in Kombination mit Rosenhydrolat. Dazu sprühe ich meine Haut mit Hydrolat ein und verstreiche das Öl anschließend auf der befeuchteten Haut.

 

Thymian-Myrte-Balsam

Inhaltsstoffe: Myrte, Niaouli, Salbei, Thymian, Ysop decumbens, Zirbelkiefer, Spitzwegerichtinktur, Bienenwachs, Johanniskrautöl, Jojobawachs, Mandelöl, Wollwachs und Sheabutter.

Im Winter habe ich diesen Balsam immer bei mir. Sobald es im Hals kratzt oder die Nase unangenehm juckt, reibe ich die Nasenflügel oder den Hals damit ein. Als Bronchialbalsam hat er eine hustenlösende und atembefreiende Wirkung, wenn er auf Brust oder Rücken aufgetragen wird. Einen halben Teelöffel gebe ich auch gerne in ein wärmendes Fuß- oder Armbad.

 

Lippenbalsam

Inhaltsstoffe: Melisse, Melissenhydrolat, Aloe-Vera-Öl, Jojobawachs, Propolistinktur, Bienenwachs und Sheabutter.

Im Winter verwende ich den Lippenbalsam zur Pflege meiner Lippen. Gute Erfahrungen habe ich bei Lippenherpes mit dem Balsam gemacht. Frau Stadelmann empfiehlt den Balsam immer dann als Heilsalbe, wenn Sorgen und Ängste die Wundheilung stören könnten. Sie schreibt: „Zuversicht ist die beste Selbstheilungskraft, genau diese wird Ihnen das ätherische Öl der echten ‚Melissae officinalis‘ geben.“ (Bewährte Aromamischungen, Stadelmann-Verlag 2003)

 

Zitronenmelisse

Quellenangabe:

Ingeborg Stadelmann „Bewährte Aromamischungen – mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben“ (Stadelmann-Verlag 2003)

Zeitschrift F.O.R.U.M – Aromatherapie, Aromapflege, Aromakultur „Exkurs: Wie wirken ätherische Öle? (Ausgabe 35/2010)

 

Service

Bezugsquellen:

Bahnhof-Apotheke Kempten: bahnhof-apotheke.de

Art of Beauty – Naturprodukte, Naturrohstoffe, Naturkosmetik: art-of-beauty.at
Händlersuche für Produkte von Primavera: www.primaveralife.com/de/haendlersuche
Neumond – Düfte der Natur GmbH: neumond.de
Hinweis: Produkte in diesem Artikel nenne ich, weil ich selbst gute Erfahrungen damit gemacht habe. Ich erhalte dafür von den genannten Firmen KEINE Gegenleistung.
 

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Über Susanne Nast

Susanne ist Heilpädagogin und Webdesignerin. Ihrer Begeisterung für Wild- und Heilkräuter folgend hat sie 2014 die Website „Der Kräuterzirkel“ entwickelt.
Dort können Kräuterkundige mit kleinen Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam machen und ihr Wissen weitergeben.

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