Gesund sein mit den Schätzen des Herbstes

Als ich vor ein paar Tagen einen ausgedehnten Spaziergang durch den Wienerwald machte, kamen mir Gedanken über die Sinnhaftigkeit der sich wandelnden Natur und die Bedeutung für uns Menschen.

 

spinnennetz

 

Die Vegetation in den verschiedenen Jahreszeiten steht in engen Zusammenhang mit unseren körperlichen und seelischen Bedürfnissen.

Im Herbst ist unser Immunsystem besonders gefordert. Die Natur stellt uns genau zu dieser Zeit Pflanzen zu Verfügung, die unsere Abwehr stärken, damit wir gesund in den Winter gehen können.

 

Besonders wertvoll finde ich die Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa). Jeder, der schon mal bewusst eine Frucht gegessen hat, hat gespürt, wie sich die Schleimhäute des Mundes zusammenziehen.
Grund dafür sind die Gerbstoffe, die Eiweiße ausfällen, die Schleimhaut verdichten und Keime beim Andocken an die Schleimhaut und am Eindringen in den Körper hindern. Bei jedem Spaziergang esse ich ein paar Schlehen – für mich eine der besten Krankheitsprophylaxen.
schlehen
Diejenigen, die eher wohlschmeckende Früchte bevorzugen, können mit der Hagebutte (Rosa canina fructus) ihren Vitamin C Speicher auffüllen. Die hübschen roten Früchte enthalten zwischen 400-3000mg/100g Vitamin C! Noch eine Besonderheit hat die Hagebutte zu bieten: Das Vitamin C verliert sich bei der Teezubereitung aus den Früchten nicht. Das liegt an den Flavonoiden, die das Vitamin vor dem Zerkochen schützen.

 

Was kann man noch unternehmen, wenn sich trotz voller Schlehen- und Hagebuttenbäuche die Krankheitsgeister einschleichen und üble Erkältungen, Husten und schmerzhafte Hälse verursachen?
Die Natur hat dafür eine Vielzahl an kostbaren Pflanzen kreiert, die in der Phytotherapie einfach „pflanzliche Antibiotika“ genannt werden.

 

Was sind pflanzliche Antibiotika (Phytobiotika)?

Alle Pflanzen entwickeln Stoffe, um sich gegen Mikroben (Bakterien, Viren und Pilze) zu schützen. Durch eine gute Mischung aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Saponinen und Senfölen gelingt es der Pflanze, gesund zu bleiben.
Durch das Vielstoffgemisch können Bakterien nahezu unmöglich Resistenzen bilden, zudem können auch Viren und Pilze in ihrem Wachstum gehemmt werden. Ein weiterer Vorteil natürlicher Antibiotika ist, dass sie die Darmflora nicht schädigen und zudem noch das Immunsystem stärken.

 

Brunnenkresse, Zwiebel, Knoblauch, Thymian, Lavendel,- die Liste von antibiotisch wirksamen Pflanzen ist lang.

 

Ich möchte Euch heute eine Pflanze vorstellen, die mir die letzten Jahre zuverlässig bei diversen Erkrankungen geholfen hat.

 

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

kapuzinerkresse
Die Kapuzinerkresse wurde von holländischen Seefahrern im 16. Jhrd aus Peru nach Europa gebracht und zuerst in Klostergärten gezogen. Daher stammt auch der deutsche Name, Kresse der Kapuzinermönche.

 

Die Blätter erinnern mich an kleine Schilder, die „Abwehr und Stop“ signalisieren. Im Abwehren ist die Pflanze ein wahrer Meister. Besonders wirksam sind die Senfölglykoside, die im Körper zu Benzylsenföl umgewandelt werden. Senföle wirken nicht nur antibiotisch sondern auch gegen Viren und Pilze.

 

Diese hochwirksamen antibiotisch wirksamen Substanzen haben zwar eine schwächere Wirkung als Penicillin und Streptomycin, lösen aber keine Allergie oder Resistenzen aus. Die Darmflora wird außerdem nicht beeinträchtigt, da Senföle bereits im Dünndarm resorbiert werden und über die Niere ausgeschieden. Deswegen wirkt die Kapuzinerkresse auch bei Infektionen der ableitenden Harnwege.
 

Außerdem werden Senföle über die Lunge und über die Mandeln ausgeschieden und entfalten auch dort ihre Wirkung. Kapuzinerkresse kann bei Atem und Harnwegsinfekten, Mandelentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und grippalen Infekten verwendet werden.

 

Wie verwende ich die Kapuzinerkresse?

Wer die Pflanze im Garten hat, isst jeden Tag eine Handvoll Blätter und Blüten oder gibt sie in den Salat. Der tägliche Verzehr stärkt das Immunsystem!

 

Für alle Fälle kann man sich auch eine Tinktur zubereiten:

 

An einem sonnigen Tag, am besten bei zunehmenden Mond werden Blüten und Blätter geerntet ,in aller Ruhe zerkleinert, gemörsert, in ein helles Schraubglas gefüllt und mit 45%igem Alkohol übergossen. Das Glas verschließen und einige Wochen stehen lassen. Täglich schütteln und dabei mit positivsten Gedanken beschenken. Bei abnehmenden Mond ab filtern und in einem dunklen Glas aufbewahren.

 

Davon nimmt man dann bei Bedarf 5 bis 8 Tropfen in einem Glas Wasser nach den Mahlzeiten ein.

 

Die gesamte Anwendung sollte nicht länger als 6 Wochen dauern, da die Schleimhaut des Magens gereizt werden kann. Deswegen sollte die Pflanzen nicht verwendet werden, wenn ein Geschwür im Magen oder Darm sitzt oder Nierenerkrankungen vorliegen. Bei Kleinkinder und Säuglinge nicht anwenden!
ansatz

 

Die Kapuzinerkresse ist im Jahr 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt worden.

 

Als ich meine Phytotherapie-Ausbildung in Freiburg machte, bekam ich eine sehr schmerzhafte Angina. Ich hatte Fieber, Halsschmerzen und war total am Ende. Meine Lehrerin hat mir dann ein pflanzliches Arzneimittel namens Angocin Anti Infekt empfohlen. Dieses Mittel enthält Extrakte aus Kapuzinerkresse und Meerrettich (Amoricia rusticana). In Deutschland ist dieses Arzneimittel sehr bekannt und hochgeschätzt. Studien belegen, dass Angocin Anti Infekt bei Atem- und Harnwegsinfekten eine der Standardantibiotika vergleichbare Wirkung besitzt, bei kaum Nebenwirkungspotential.

 

Die Angina ist schnell verschwunden! Ich hatte auch das Gefühl, dass die Krankheit gut ausheilen konnte und mein Immunsystem gestärkt wurde. Seitdem habe ich das Mittel viel ausprobiert und wunderbare Erfahrungen bei Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekten, Infektanfälligkeit, Kehlkopfentzündung, Bronchitis und Grippe gemacht. Bei einer Freundin hat es sogar eine Lungenentzündung abgefangen und sie konnte auf synthetische Medikamente verzichten.

 

Falls jemand von Euch Interesse an diesem pflanzlichen Arzneimittel hat, gibt es unter diesem Link http://www.angocin.de/angocin-anti-infekt-n/ genaue Informationen dazu. Die österreichischen Apotheken haben es nicht lagernd, man kann es aber bestellen!

 

Neue Lebensmuster spinnen im Herbst

Nicht nur unser Körper, auch unsere Seele ist im Herbst besonders gefordert. Die Jahreszeit bietet die Möglichkeit bewusst die Annehmlichkeiten und Lebensmuster zu reflektieren und Schritte der Veränderung zuzulassen. Die unzähligen Spinnennetze auf den Wiesen erinnern mich daran, wie vielfältig das Leben ist und dass wir Menschen stets die Wahl haben, wie wir unser Leben gestalten und unser Schicksal spinnen. Die Veränderung der Natur im Herbst kann uns hilfreiche Impulse zum Loslassen alter Lebensmuster geben.
spinnweben

 

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

 

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

 

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.

 

Hermann Hesse

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine inspirierende und heilsame Zeit!

 

 

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Über Christine Wagner

Christine ist Inhaberin der Heil- und Gewürzmanufaktur „Heile Welt“ in Lilienfeld. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Naturschutz, den sie mit ihren Produkten und deren Verpackung konsequent betreibt. Ihr Heilpflanzengarten wird nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet.
Ihr Wissen als Phytopraktikerin gibt sie in Seminaren und im Rahmen naturkundlicher Beratung weiter.

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