Heilsames Pech! – Einblicke in die Herstellung einer Pechsalbe

Was für ein Glück, dass es das Pech gibt!

 

Zugegeben: Vor ein paar Monaten hätte mich dieser Satz noch irritiert. Was ich bisher unter dem Begriff „Pech“ verstanden habe, hat nichts mit diesem wunderbaren Naturrohstoff zu tun, den wir vergangenen Samstag bei Christl Konlechner in unsere Pechsalbe gerührt haben.
Föhre

 

In Österreich ist der Begriff „Pech“ für Baumharz, also das Wundbalsam der Bäume, geläufig. Eine in Niederösterreich bekannte „Pecherei“ ist der Pecherhof Hernstein. Der Betrieb dient der Gewinnung von Baumharz und dessen Weiterverarbeitung. Dort haben wir das Föhrenharz für unsere Pechsalbe gekauft.

 

Wenn du näheres zur Pechgewinnung erfahren möchtest, findest du hier einen kurzen geschichtlichen Überblick zur Pechgewinnung in Niederösterreich.

 

Pechsalbe – Gutes für Muskeln & Gelenke

Christl Konlechner erzählt, dass Pechsalbe gut bei Gelenkschmerzen und bei Problemen mit der Wirbelsäule eingesetzt werden kann. Das Pech in der Salbe hat eine muskelentspannende Wirkung.

 

Unserer Rezeptur haben wir mehrere Tropfen äth. Wintergrünöl beigefügt. Dieses Öl hat eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung, die die Wirkung des Pechs unterstützt.

 

 

Pechsalbe (Rezeptur von Christine Konlechner)

In einem ersten Schritt haben wir eine Kräuterheilsalbe hergestellt. Diese Salbe kannst du bei schlecht heilenden Wunden, bei Ausschlag und Abschürfungen verwenden:
Collage zur Pechsalbe
Brennnesselwurzel, Scharfgarbe und Labkraut

 

Inhaltsstoffe für die Kräuterheilsalbe:

  • Salbenbasis: 500 g Kokosfett, 500 g Palmfett, 1 gehäufter EL Bienenwachs und 1/4 l Olivenöl
  • Wurzeln: Beinwellwurzel, Klettenwurzel, Brennnesselwurzel, Schafgarbenwurzel
  • Rinden: den grünen Rindenbast von Holler- und Eschezweigen
  • Ganzes Kraut/Blätter: Spitzwegerich, Gartensalbei, Odermennig, Echtes Labkraut, Johanniskraut, Ringelblume, Schafgarbe
  • Blüten: Rotklee, Karde
  • Ätherische Öle: ca. 10 Tr. äth. Wintergrünöl und reichlich äth. Lavendelöl
  • Außerdem: ca. 10 Tr. Propolis

 

Herstellung:

Heilsalben auf dem Ofen
Das Kokosfett mit dem Palmfett in einem großen Topf auf dem Ofen erhitzen. Die Rinde zum heißen Fett geben und leicht brutzeln lassen. Dann kommen die kleingeschnittenen Wurzeln dazu und zum Schluss die kleingeschnittenen Kräuter. Das Ganze mindestens 1/4 Std. ziehen lassen.
Den Topf vom Ofen nehmen und die Flüssigkeit durch ein Sieb abseihen. Das Bienenwachs hinzugeben und schmelzen lassen. Anschließend das Olivenöl hineingießen.

 

Für die Pechsalbe wird nun 1/4 L Pech beigemengt.

 

Zum Schluss die ätherischen Öle und die Propolistropfen dazugeben und die Masse in kleine Gläser abfüllen.

 

Im Kühlschrank hält sich die Salbe lange Zeit.
Pechsalbe

 

 

Bezugsquelle und weiterführende Literatur

Pecherhof Hernstein
2560 Hernstein
Berndorfer Straße 15
Tel.: 02633 / 472 68
Website (bei Veröffentlichung dieses Artikel noch in Arbeit): pecherei.com

 

 

Termine aus der Seminarreihe „Kräuterwissen“ von Christine Konlechner werden fortlaufend im Veranstaltungskalender des Kräuterzirkels angezeigt. Nähere Informationen zu ihrem Angebot findest du auch auf ihrer Website unter www.christinekonlechner.com

 

 

Weiterführende Literatur:

Maximilian Moser & Erwin Thoma „Die sanfte Medizin der Bäume – Gesund leben mit altem und neuem Wissen“ (Servus Verlag, Salzburg, 2014)
Buch auf der Website des Verlags anschauen

 

 

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Über Susanne Nast

Susanne ist Heilpädagogin und Webdesignerin. Ihrer Begeisterung für Wild- und Heilkräuter folgend hat sie 2014 die Website "Der Kräuterzirkel" entwickelt. Dort können Kräuterkundige mit kleinen Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam machen und ihr Wissen weitergeben.

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Kommentare

  1. Jasmine Hopfer-Hajek

    18. April 2016

    Hallo
    Ich hätte gerne d Preis der Pechsalbe. Senden Sie ai h nach Vorarlberg?
    Vielen Dank f Ihre Info

    Lg Jasmine Hopfer-Hajek
    Forststrasse 36
    6890 Lustenau

     

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