Das Herzgespann – Gutes für´s Herz

Herzgespann
Ein imposantes Kraut, wie es da im Kräutergarten von Inge Daberer wächst: das Herzgespann.
5 Tage hatte ich nun das Vergnügen, im Rahmen der Kräutertage im Biohotel Daberer Heilkräuter und Küchengenüsse zu erleben. Das Herzgespann (Leonurus cardiaca) hat es mir besonders angetan.

 

Die Pflanze ist zur Zeit ihrer Blüte von Juni bis September ein Fest für Bienen und Hummeln. Bis zu 2 Meter hoch wird das Herzgespann, das zur Familie der Lippenblütler gehört.

 

Eine Hummelweide für den Hausgarten

Ursprünglich stammt das Herzgespann aus Ostsibirien bis hin zum Himalaya. Schon früh hielt es Einzug in die Klostergärten Mitteleuropas. Heute ist die Pflanze geschützt. Man trifft sie in Wildwuchs kaum noch an. Umso mehr lohnt es sich, das Herzgespann im eigenen Garten anzusiedeln. Kaufen kannst du die Samen oder die ganze Pflanze zum Beispiel bei Rühlemann´s Kräuter und Duftpflanzen.

 

Ein Besuch der Bienen & Hummeln aus deiner Nachbarschaft ist dir gewiss 🙂 .
Und während sie eifrig den Nektar saugen, erledigen sie eine der wichtigsten Aufgaben der Natur: Sie befruchten die Blüten! Ich finde es wunderbar, ihnen dabei zuzusehen.

 

Das Herzgespann in der Antike

„Schon die alten Griechen verwendeten das Kraut als magisches Herzmittel und dann, wenn es bei ihren Disputen Spannungen gab und unüberbrückbare Gegensätze ausgeglichen werden sollten.“
(Aus: „Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch & Felix Grünberger)

Früher war man also schon der Ansicht, dass das Kraut sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene ausgleichend wirkt. Die Wirkung wurde dabei nicht den chemischen Bestandteilen der Pflanze zugeschrieben, sondern dem Pflanzengeist, der in der Pflanze wohnt. So wurden die Blätter des Herzgespanns auch als Amulett um den Hals getragen.

 

Da lacht das Herz

Heute wird das Herzgespann naturheilkundlich bei nervösen Herzbeschwerden eingesetzt. Als Tee hat es sich laut Siegrid Hirsch & Felix Grünberger bei leichter Herzschwäche, Herzflattern, Herzrythmusstörungen, Atemnot, Wechselbeschwerden und Krämpfen bewährt.
Bei Angstzuständen kann Herzgespann in Kombination mit Melisse, Johanniskraut, Baldrian und Weißdorn gemischt werden und als Tee oder auch als Vollbad verwendet werden.

 

Wie bei allen Kräutern mit medizinischer Wirkung solltest du dich vor der Anwendung auf jeden Fall von einem Arzt, einem Apotheker oder einem Fachmann/einer Fachfrau mit naturheilkundlicher Ausbildung beraten lassen. Achtung: Herzgespann wirkt auch auf die Gebärmutter und soll deshalb während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden!

 

Das Herzgespann in der Küche

„Liebliche Blüten, feine Düfte – das Herz schützen“.
So lautete das Motto unseres 5-tägigen Kräuterkurses, bei dessen kulinarischen Höhepunkten ich nun wieder angekommen bin. Und so fand auch das „Herzkraut“ Herzgespann seinen Weg in den Topf bzw. in unserem Fall auf´s Backblech. Das Herzgespann ist kein klassisches Würzkraut. Aber, wie sich hier zeigt, lohnt es sich auf jeden Fall, in der Küche damit zu experimentieren!
Gemeinsam mit dem kreislaufunterstützenden Rosmarin kam es als Würze in ein Brot, dass wir in der Genusswerkstatt von Sissy Sonnleitner selbst gebacken haben.

 

Hier stelle ich es dir zum Nachbacken und genießen vor. Vielen Dank an Frau Sonnleitner, die mir dieses Rezept zur Veröffentlichung überlassen hat 🙂 .

 

Rosmarinbrot mit Herzgespann

Zutaten:

15 g Germ (Hefe)
15 g Honig
300 ml lauwarmes Wasser
250 g Dinkelmehl
250 g Hartweizengrieß (oder Mehl)
10 g Salz
3 EL Olivenöl
1 EL gehackter Rosmarin
2 EL Herzgespann, gehackt

 

Zubereitung:

Germ und Honig zusammen auflösen und mit den restlichen Zutaten verkneten. Gehen lassen. Baguette formen, nochmals gehen lassen und 40 Minuten bei 220° backen.

 

Einfach köstlich zu Suppe oder zu einer Gemüseterrine!

 

 

 

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Über Susanne Nast

Susanne ist Heilpädagogin und Webdesignerin. Ihrer Begeisterung für Wild- und Heilkräuter folgend hat sie 2014 die Website „Der Kräuterzirkel“ entwickelt.
Dort können Kräuterkundige mit kleinen Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam machen und ihr Wissen weitergeben.

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