Kräuter für Hunde

Frühling: da denke ich an lange Spaziergänge mit meiner Hündin. An hohe, blühende Wiesen und – an ZECKEN!

 

In diesem Jahr habe ich schon früh angefangen, den jährlichen Parasitenbefall einzudämmen.
Frische Wildkräuter stärken das Immunsystem und sind daher eine ideale Gesundheitsvorsorge.

 

Die Tierärztin Dr. med. vet. Alexandra Nadig schreibt in ihrem Buch:

„Hunde, die im Frühjahr eine Heilpflanzenkur gemacht haben, bekommen häufig den ganzen Sommer über weniger Zecken, neigen weniger zu Wurmbefall und haben ein kräftiges Immunsystem“. (Aus: Heilpflanzen für Hunde)

Ich habe es oft erlebt, dass meine Hündin die Spitzen der Brennnessel abgefressen hat, wenn es in ihrem Magen rumorte. Vielleicht hast du ein ähnliches Verhalten bei deinem Hund auch schon gesehen? Hat er (oder sie) eine Vorliebe für bestimmte Pflanzen oder Gräser? Tiere nutzen wilde Kräuter ganz natürlich zu ihrer Gesundheitsvorsorge.

 

Geeignete Wildkräuter für die Frühjahrskur

Die Brennnessel regt den Stoffwechsel an und reinigt den Körper von innen. Das macht sie zu einer idealen Pflanze für die Frühjahrskur deines Hundes.
Bei mir kommt die Brennnessel regelmäßig mit in die Futterschüssel. Sie teilt sich dort den Platz mit ein wenig Löwenzahn, 2-3 Blättern von der Gundelrebe, Giersch und Gänseblümchen. Manchmal sind auch ein paar Blätter der Knoblauchsrauke oder etwas Spitzwegerich dabei.

 

Löwenzahn bringt den ganzen Organismus in Schwung. Er ist reich an Mineralien, Vitaminen und Enzymen, fördert den Gallenfluss und regt die Nierentätigkeit an. Außerdem stärkt er die Leber. Löwenzahn wirkt stark entwässernd. Du solltest also darauf achten, deinem Hund immer viel Wasser anzubieten. Wenn er (so wie meine manchmal) von sich aus nicht genug trinkt, kannst du versuchen, das Wasser mit etwas Joghurt aufzupeppen.

 

Dem Giersch wird eine entgiftende Wirkung zugeschrieben. Er ist harntreibend und vor allem harnsäureaustreibend. Der Giersch trägt auch den Namen Gichtkraut oder Zipperleinskraut.

 

Die Knoblauchsrauke wirkt antientzündlich, antibiotisch, leicht harntreibend und schleimlösend. Sie riecht zwar nach Knoblauch, enthält aber nicht das für Hunde toxische Allicin und kann somit gut verfüttert werden.
Noch ein Wort zum Knoblauch: In geringen Mengen kann Knoblauch gut gegen Parasiten eingesetzt werden. Laut Angaben der Universität Zürich beträgt die toxische Dosis für Hunde 5g Knoblauch pro kg Körpergewicht während 7 Tagen (aus:“Heilpflanzen für Hunde“). 1 bis 2 mal wöchentlich kann also ruhig eine Knoblauchzehe ins Hundefutter. Für Bärlauch, der ebenfalls Allicin enthält, gilt: Er ist sehr gesund für den Hund, sollte aber mit Bedacht gefüttert werden.

 

Die Gundelrebe wirkt anregend auf den Stoffwechsel.

 

Wildkräutermischung für den Futternapf

 

Mit wenig anfangen und dann steigern

Wildkräuter sind Kraftpakete, deren Wirkung nicht zu unterschätzen ist! Dosiere daher bitte vorsichtig und schaue erst einmal, wie dein Hund auf die gesunden Pflanzen reagiert. Bei mir macht die Beifütterung vielleicht 2% der gesamten Nahrung aus, die aus viel frischem Fleisch und etwas Obst oder Gemüse besteht. Obst oder Gemüse zerkleinere ich gemeinsam mit den Kräutern im Mixer.

 

Sollte dein Hund die Mischung nicht mögen, kannst du etwas Buttermilch, Joghurt oder Öl (z.B. Lachs- oder Leinöl) unterrühren.

 

Bring Abwechslung in den Futternapf. Viele Wildkräuter haben eine starke Heilwirkung. Du kannst sie kurmäßig über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen anbieten. Dann empfiehlt sich eine Pause von ein paar Wochen, bevor du sie wieder verwendest. Niemals solltest du Heilkräuter als Dauergabe füttern.

 

Noch ein Tipp zur Zeckenabwehr:

Wenn du mit deinem Hund viel im Wald oder auf der Wiese unterwegs bist, kannst du ihn vorher mit natürlichem Kokosöl einreiben. Das hält die meisten Zecken fern. Dr. Nadig empfiehlt zusätzlich eine ätherische Ölmischung aus Lavendelöl, Citronellöl und Nelkenöl. 1 Tropfen der Mischung sollte ausreichen, um die Menge Kokosöl für einen großen Hund zu beduften.

 

Fazit

  • Ein gesunder Hund wird seltener von Parasiten befallen.
  • Mit frischen Wildkräutern kannst du die Gesundheit deines Hundes unterstützen.
  • Kräuter wie Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Gundelrebe und Knoblauchsrauke reinigen den Körper von Innen und kurbeln den Stoffwechsel an.
  • Fütter zunächst nur ganz kleine Mengen. Wenn dein Hund die Kräuter gut verträgt, kannst du die Menge langsam etwas steigern.
  • Heilkräuter kannst du kurmäßig über einen Zeitraum von 4 Wochen verfüttern. Lege dann eine Pause ein.
  • Zum direkten Schutz vor Zecken kannst du das Fell deines Hundes mit Kokosöl einreiben.

 

Quellen:

Dr. med. vet. Alexandra Nadig „Heilpflanzen für Hunde“ (Stuttgart 2013)

Siegrid Hirsch & Felix Grünberger „Die Kräuter in meinem Garten“ (19. Auflage, Linz 2014)

Susanne Reinerth „Natural Dog Food“ (Norderstedt 2005)

 
Elsa auf der Löwenzahnwiese

 

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Über Susanne Nast

Susanne ist Heilpädagogin und Webdesignerin. Ihrer Begeisterung für Wild- und Heilkräuter folgend hat sie 2014 die Website „Der Kräuterzirkel“ entwickelt.
Dort können Kräuterkundige mit kleinen Unternehmen auf ihr Angebot aufmerksam machen und ihr Wissen weitergeben.

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Kommentare

  1. Andrea Teiwes

    13. Mai 2014

    Wo bekomme ich die Kraeuter her und wie erkenne ich sie

     

  2. Susanne

    13. Mai 2014

    Liebe Andrea,
    am wirkungsvollsten sind die frischen Kräuter, die du jederzeit auf deinen Spaziergängen in der Natur sammeln kannst.
    Um die Kräuter kennenzulernen kannst du dir z.B. einen Kräuterkundigen in deiner Nähe suchen und ihn auf einer Kräuterwanderung begleiten. Dort wirst du auch Tipps erhalten, wo du Kräuter sammeln kannst und was du beim Sammeln beachten solltest.
    Sammle bitte nur Kräuter, die du schon kennst.
    Es freut mich, wenn ich dich mit dem Artikel auf den Geschmack gebracht habe, die gesunden Kräuter für die Ernährung deines Hundes zu nutzen.
    Liebe Grüße,
    Susanne

     

  3. Cornelia

    13. Mai 2014

    Wo bekomme ich Kokosöl, bzw. muss ich den ganzen Körper einreiben?
    Danke schon mal!

     

  4. Uschi

    13. Mai 2014

    Hallo Susanne
    Ich möchte gern wissen wie ich die Brennnessel in das Futter gebe ? Muss ich die Blätter trocknen ? Nur die jungen Triebe ? Lg aus Köln

     

  5. Susanne

    13. Mai 2014

    Liebe Cornelia,
    ich kaufe mein kaltgepresstes Kokosöl meist im Bioladen. Manchmal auch bei Art of Beauty. Das ist ein Online-Shop für Naturprodukte, Naturrohstoffe und Kosmetik zum Selbermachen. Hier geht´s zur Website: http://www.art-of-beauty.at/. Allerdings liefert er nur in Österreich aus.

    Ja, je nach Größe des Hundes kommt beim Kokosöl schon ganz schön was zusammen ;-). Bei meiner Elsa setzen sich die Zecken am liebsten am Kopf und unterm Bauch fest. Daher reibe ich Kopf, Bauch und Füße immer besonders gut ein. Und ein bisschen kommt auf den Rest des Körpers.

    Für meine Schäferhündin verwende ich ungefähr einen gestrichenen Eßlöffel Öl. Anfangs ist das Öl ja noch fest. Es schmilzt erst bei 24°C. Ich verreibe kleine Portionen in meinen Händen und streiche die fettigen Hände dann über den Hund. Bei Hunden mit kürzeren Haaren reicht sicher weniger.

    Das Fett zieht schnell in die Haut ein.

    Liebe Grüße,
    Susanne

     

  6. Susanne

    13. Mai 2014

    Liebe Uschi,
    wenn möglich verwende ich immer die frischen Triebspitzen der Brennnessel. Du kannst sie entweder ganz klein schneiden, im Mixer pürrieren oder auch im Mörser zerkleinern.
    Im Winter nehme ich auch getrocknete Brennnessel, die ich dann auch ganz fein zerkleiner.

    Je weniger die Pflanzen behandelt werden, umso mehr Wirkstoffe bleiben erhalten.

    Liebe Grüße nach Köln,
    Susanne

     

  7. Sarah

    13. Mai 2014

    Hallo Susanne, wo bekomme ich des ätherische Öl denn her?

    Lg Sarah

     

  8. Susanne

    13. Mai 2014

    Liebe Sarah,
    ätherische Öle bekommst du ebenfalls z.B. im Bioladen, im Reformhaus, in der Apotheke oder (wenn du online bestellen möchtest) auch z.B. bei Art of Beauty. Wichtig ist es, dass es sich um echte ätherische Öle handelt. Manchmal findet man Parfumöle im Handel. Die sind nicht geeignet.
    Liebe Grüße,
    Susanne

     

  9. Elfi

    14. Mai 2014

    * … ich verwende z.B. für selbst gebackene Hundekekse sehr gerne das „MULTI-Kraut“ MORINGA *

     

  10. Susanne

    15. Mai 2014

    Liebe Elfi,
    Moringa kannte ich bisher noch gar nicht. Hab einmal ein bißchen gegoogelt und herausgefunden, dass es sich ursprünglich um einen Baum aus der Himalaya-Region handelt, der hier auch als „Wunderbaum“ oder „Baum des Lebens“ bezeichnet wird und einen extrem hohen Gehalt an Nährstoffen besitzt. Sicher eine sehr interessante Pflanze. Vielen Dank für den Tipp 😉
    Liebe Grüße,
    Susanne

     

  11. Bärbel

    18. April 2015

    Ich benutze schon längere Zeit das Kokosöl. Da sich aber ein Hund nicht einreiben lassen will, gebe ich es einfach mit unters Futter – da wirkt es auch.
    Genauso bekommen meine Hunde Deine angesprochenen Wildkräuter immer mal unters Futter „geschmuggelt“ – das sie aber solche Wirkungen haben wusste ich nicht. Danke für diese Aufklärung !!!!!

     

  12. Susanne

    20. April 2015

    Liebe Bärbel,

    da hast du deinen Hunden ja ganz intuitiv schon das Beste gegeben, was eine Frühlingswiese zu bieten hat.
    Da Kokosflocken und -öl innerlich eingenommen laut Fr. Simon („Barf – biologisch artgerechtes rohes Futter“)auch gegen Parasiten wirken, gebe ich von Zeit zu Zeit auch etwas davon unters Futter.

    Liebe Grüße
    Susanne

     

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